Hacker “Neo” enttarnt

21.05.2010

Der rätselhafte Blogger, der unter dem Pseudonym „Neo“ brisante Gehaltslisten und Steuerdaten zahlreicher Manager und Politiker veröffentliche, wurde nun als einfacher Informatikdozent enttarnt. Wochenlang wurde der virtuelle „Robin Hood“ von der Bevölkerung gefeiert und von der Polizei verzweifelt gesucht.

Skandal um Managergehälter

Dies geschah nicht ohne Grund, denn die Daten die „Neo“ entweder großen Tageszeitungen zuspielte oder über Twitter veröffentlichte deckten skandalöse Verhältnisse auf: So wurde deutlich, dass die Kürzungen die im Zuge der Finanzkrise getroffen wurden, größtenteils den ärmeren Teil der Bevölkerung betrafen, wobei Besserverdienende überwiegend verschont blieben. Verwunderlich ist es also nicht, wenn bei Rentnern, kleinen Beamten und Angestellten einerseits die Wut über solche Ungerechtigkeiten, andrerseits die Verehrung für denjenigen, der diese öffentlich machte wuchs und wuchs.

„Neo“ drohen bis zu 10 Jahren Haft

Ilmars Poikans, so heißt „Neo“ mit richtigem Namen, wurde vergangene Woche vorerst festgenommen, ist  aber bereits wieder auf freiem Fuß. Wie das Schicksal des 31- jährigen Letten enden wird ist ungewiss. 10 Jahre Haft drohen ihm im schlimmsten Fall. Schuldig fühlt sich Poikans übrigens nicht. Seine Interessen waren in keinster Weise persönlicher Natur sondern dienten lediglich der Aufdeckung elitärer Scheinheiligkeiten. Mit dieser Einstellung ist er nicht allein: Selbst Politiker zeigten Sympathien für den unscheinbaren Familienvater, der durch sein Vorgehen, das sich zweifellos fragwürdiger Mittel bediente, einen wichtigen Schritt im Kampf gegen ein korruptes System voller sozialer Ungleichheiten getan hat.

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