Geschichte von Riga

Gründung Rigas

Die Geschichte von Riga geht auf ein Fischerdorf mit dem Namen „Liv” oder „Latgal” zurück, an dessen Stelle später die baltische Metropole entstehen sollte. Dieses Fischerdorf wurde schon jahrhundertelang von russischen und skandinavischen Kaufleuten für den Handel genutzt, bevor es dann Mitte des 12. Jahrhunderts auch deutsche Geschäftsmänner für sich entdeckten.

Der Deutsche Orden

1201 ist als Gründungsjahr in die Stadtgeschichte Rigas eingegangen, denn in diesem Jahr baute Bischof Albert von Buxthoeven die erste deutsche Festung des Baltikums. Sie sollte als Basis für die Missionierung der Heiden des Nordens dienen. Auch gründete der Bischof den Schwertbrüderorden, welcher Riga zum Ausgangsort für die Unterwerfung Livlands machen wollte. Weitere Siedler aus Norddeutschland folgten den Rittern und schon bald war Riga das wichtigste Handelszentrum zwischen Ost und West im deutschen Baltikum. Ab 1282 war die Stadt Mitglied in der Hanse.

Entwicklung Rigas zum wichtigen Handelszentrum

Riga Geschichte1621 wurde Lettland von den Schweden eingenommen, Riga war ab diesem Zeitpunkt im Grunde nach Stockholm die wichtigste Stadt für die Schweden. Während dieser Zeit wuchs die Stadt auch erstmals über ihre befestigten Mauern hinaus. 1710 riss Russland das Land an sich und Riga gewann in den kommenden Jahren zusätzlich an Bedeutung als Handelsmetropole. 1794 hatte die Stadt bereits 28.000 Einwohner, 1840 stieg die Einwohnerzahl noch einmal auf 60.000. Die Altstadt blieb jedoch weiterhin in der Hand der Deutschen, bis 1891 blieb Deutsch auch die offizielle Amtssprache, erst dann wurde es vom Russischen abgelöst.

Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerungszahl noch einmal rapide. Kurz zuvor waren die Bauern von der Leibeigenschaft befreit worden und strömten nun nach Riga. Um 1860 bestand ein ganzes Viertel aus der befreiten Landbevölkerung. Der 1868 in Riga gegründete Lettische Bund verhalf den Letten zu einem eigenen Nationalgefühl. Dies führte 1873 zum ersten Sängerfest, eine Tradition, die bis heute im Baltikum gepflegt wird. Die Zahl der Letten in Riga wuchs weiterhin stetig, als der Erste Weltkrieg ausbrach waren die Hälfte von Rigas 500.000 Einwohnern Letten.

Erster und zweiter Weltkrieg und Besatzung

Unter beiden Weltkriegen hatte Riga stark zu leiden. Am Ende des Ersten Weltkriegs blieben nur noch 180.000 Einwohner übrig, Rigas Aufstieg war vorläufig beendet. Zwischen den beiden Weltkriegen war Lettland unabhängig und Diplomaten und Journalisten zog es nach Riga, zum einen weil sie die Sowjetunion beobachten wollten, zum anderen lockte das blühende Nachtleben. In dieser Zeit kam Riga zu seinem Beinamen „Paris des Ostens”.

Während des Zweiten Weltkrieges war Riga von 1939 bis 1945 von Deutschen besetzt, nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung wurde in dieser Zeit ermordet. Nach Kriegsende flohen Tausende Letten vor den Sowjets in Richtung Westen.

Erneut unter russischer Besatzung wurde Riga die wichtigste Industriestadt im Baltikum. Durch viele Zuwanderer wuchs Riga immer mehr und hatte aufgrund seiner liberalen Kunstszene den Ruf als westlichste Stadt der Sowjetunion.

Riga heute

Auch heute ist Riga noch ein bedeutendes Kunstzentrum, gleichzeitig gilt es als Partystadt. Die 800 Jahre Stadtgeschichte wurden 2001 groß gefeiert, historische Gebäude wie das Schwarzhäupterhaus wurden extra hierfür wieder aufgebaut. 2003 war Riga Gastgeber des Eurovision Song Contests, nachdem ihm Jahr zuvor eine in Riga lebende Russin den Wettbewerb gewonnen hatte. 2006 fand die Eishockey-Weltmeisterstadt im eigens dafür errichteten Stadion in Lettlands Hauptstadt statt.

Riga kann also auf eine über 800 Jahre lange Geschichte zurückblicken, was der Stadt ihren besonderen Charme verleiht.

(Bildquelle: wikipedia)

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